03.12.2021

MUHsletter #65: Die MUH 43 schneit herein

Guten Tag. Griasgod. Servus beinand.

Liebe MUH-Leserinnen und Leser,
liebe MUH-Interessierte,
servus.

Winter-Schock bei der MUH! Die letzten Jahre, wenn wir den MUHsletter für die Winter-MUH verschickt haben, war’s draußen immer ungefähr so, dass man langsam mal die Geranien hereinholen sollte. Dieses Jahr ist tatsächlich schon der Winter da! Mit Frost und originalem Schnee, der nachmittags um 3 immer noch liegt und an den Zweigen klebt. Das macht was her am Erstverkaufstag unserer neuen Winterausgabe. Seit heute, dem 3. Dezember 2021 ist die MUH 43 im Handel (ganz real oder zum Bestellen über unsere Website www.muh.by/abo-und-einkaufen/ausgaben-bestellen).

Die Abos sind schon im Lauf der Woche angekommen, und da wird die eine oder der andere gestutzt haben am Postkasten: Die MUH schaut irgendwie anders aus als sonst, glangt sich auch anders an und blättert sich ungewohnt, so ein bissl flutschig … Ja, es ist wahr, diese MUH 43 ist anders! Im Format ein Stück kleiner als normal, und dazu ist das auch nicht das gewohnte quasi „unbeschichtete“ (Fachausdruck: „ungestrichene“) MUH-Papier, sondern etwas glatter und glänzender. Die MUH auf dem Weg zum Hochglanzmagazin im Pocketformat? Nein, keine Sorge, die MUH 43 schaut nur so anders aus, weil wir einfach am Puls der Zeit sind und uns – wie so viele andere Betriebe und Verlage – die momentan grassierenden Lieferengpässe erwischt haben. Eine Papierlieferung wurde kurzfristig storniert, aber unsere Druckerei Mayr-Miesbach hatte das rettende Angebot, die Winter-MUH auf einem noch vorrätigen Posten Papier zu drucken – müsste halt ein bisschen kleiner werden und glänzt ein bissl. Passt eh gut zu Weihnachten.

Als vor einem Jahr die bitter nötig gewordenen Lockdown-Maßnahmen gegen die zweite Corona-Welle die meisten von uns zwangen, Weihnachten einmal ganz anders als gewohnt zu feiern, da erlaubten wir uns in der „Begrüßung“ der damaligen Winterausgabe den hoffnungsvollen Ausblick: Das von der Pandemie zerbeulte Corona-Weihnachten 2020 werde bei der „glücklich impfimmunisierten Familienweihnacht 2021“ doch dann im besten Fall nur noch ein Thema zum Ratschen sein. Das ist ja nun ganz anders gekommen. Auf schreckliche Weise – der voraussichtlich katastrophale Höhepunkt der vierten Corona-Welle in den Kliniken wird just für die Weihnachtstage prognostiziert. Als normalem Menschen bleibt einem da ad hoc nur, dem Klinikpersonal und den Ärzt/innen, deren Überlastung und Nöte wir Außenstehende uns überhaupt nicht ausmalen können (vor allem, wenn wir uns weigern, entsprechende Berichte in den „Systemmedien“ zur Kenntnis zu nehmen), alle erdenkliche Kraft zu wünschen und den tiefsten Dank auszusprechen. Und natürlich uns mit diesen Leuten solidarisch zu zeigen, Infektionsrisiken (und fei auch Autounfall-, Glühweinvergiftungs-, Skicrashrisiken etc.) zu vermeiden – und noch einmal ein schwer reduziertes „Corona-Weihnachten“ auszuhalten, ohne Feste, ohne Märkte, ohne Chorgesang, Kultur und Konzerte, ohne festliche Musik in den Kirchen, ohne Adventssingen und Krippenspiel und Perchtenhupferei, ohne sehr viel von dem, was diese Zeit so besonders macht. Es huift ja nix.

Warum das alles so ist, warum wir in dieser Situation sind – um nicht zu sagen: wem wir diese Situation primär zu verdanken haben –, darauf soll hier nicht schon wieder groß eingegangen werden. Es ist einfach wichtig, dass alle, bei denen nicht irgendwelche medizinischen Indikationen dagegensprechen, sich impfen lassen. Und es heißt ja immer, es hat keinen Zweck, Impfskeptiker/innen umstimmen zu wollen – aber vielleicht gelingt’s ja doch hie und da. Wo doch Weihnachten ist.

Zur MUH 43! Wir haben ein großes und reichhaltig bebildertes Portrait von Gustl Bayrhammer anlässlich des anstehenden 100. Geburtstags des Volksschauspielers, einer echten bayerischen Ikone. Wir haben Dr. Sixtus Lampl in seinem „Orgelzentrum Valley“ besucht, wo er in den letzten Jahrzehnten über 60 zum Teil von der Verschrottung bedrohten Orgeln aufgenommen hat. Wir haben mit Manuel Philipp von der Initiative „Paten der Nacht“ über die Folgen der Lichtverschmutzung gesprochen und mit Siegfried Gift von der Suchthilfe Condrob e.V. über die bayerische Drogenpolitik und die wohl bevorstehende Legalisierung von Cannabis. Eva Ehrlich und Andrea Livnat vom jüdischen Online-Magazin „hagalil.com“ erzählen von jüdischem Leben zwischen München und Tel Aviv und von ihren Erfahrungen mit Antisemitismus. In drei großen Bildstrecken gibt’s „Gesichter aus dem Bayerwald“ von Martin Waldbauer, eine Fotoreportage über das Leben einer Bergbauernfamilie, 1976 fotografiert von Barbara Niggl Radloff und unheimlich-heimelige Bilder „aus dem Dunkel“ von dem Illustrator und Maler Benjamin König. Und noch einiges mehr! Einen Überblick über die Themen und Geschichten in der MUH 43 finden Sie am Ende dieser Mail. Und am ausführlichsten natürlich im Heft selber, gell. Viel Spaß und Freude mit unserer Winter-MUH.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit und einen erfrischenden Winter. Alles Gute – und bleim S’ gsund!

Josef Winkler
MUH-Redakteur
& die MUHlerei

P.S.: Bitte empfehlen Sie uns weiter, unsere Aboangebote und Bestellmöglichkeiten gibt’s unter www.muh.by/abo-und-einkaufen.

MUH 43

Mit u.a. diesen Themen:

Gustl der Große
Zum 100. Geburtstag des großen Volksschauspielers Gustl Bayrhammer ein ausführliches Porträt.

Steht die Ampel auf Wandel?
Schafft es die neue Regierung, die längst überfällige ökosoziale Transformation einzuleiten?

Kampf der Lichtverschmutzung
Manuel Philipp von der Initiative „Paten der Nacht“ über unser „Wohlstandsleuchten“ und seine Folgen.

Der Orgelretter
Dr. Sixtus Lampl hat in seinem „Orgelzentrum Valley“ über 60 teils von der Verschrottung bedrohten Orgeln Herberge gegeben.

Odyssee im Namen der komischen Kunst
Das jahrzehntelange, letztlich vergebliche Ringen von Meisi und Helmut Grill für eine „Komische Pinakothek“ in München.

„Begegnung ist das Einzige was gegen Antisemitismus hilft.“
Eva Ehrlich und Andrea Livnat vom jüdischen Online-Magazin Hagalil über Antisemitismus und jüdisches Leben zwischen München und Tel Aviv.

Zeitdokumente vom Berg
Im Winter 1976 beobachtete die Fotografin Barbara Niggl Radloff die Allgäuer Bergbauernfamilie Haslach in ihrem Alltag.

Teufelskerle und Vogelmenschen
Der Oberstdorfer Skispringer Heini Ihle war in den 60er Jahren einer der Pioniere seines so halsbrecherischen wie poetischen Sports.

„Wir wollen die Entkriminalisierung der Cannabis-Konsumenten.“
Gespräch mit Siegfried Gift vom Suchthilfe-Träger Condrobs e.V. über bayerische Drogenpolitik und die mögliche Legalisierung von Cannabis.

Gesichter aus dem ­Bayerwald
Die ausschließlich analog fotografierten Porträts und Landschaftsbilder von Martin Waldbauer blicken tief und fesseln mit einer ganz eigenen Kraft.

Außerdem im Heft:

Raubling Calling: der Songwriter Fenzl.
Aus dem Dunkel: Die heimelig-unheimlichen Gemälde von Benjamin König.
Walter Sedlmayr als Kommissar Franz Schöninger.
Der Dokumentarfilm „The Game“ über das Flüchtlingselend an der bosnisch-kroatischen Grenze.
Bärbel Wossagk geht nicht in den Winterschlaf.
Der Austrofred moniert „schiache Baam“.
Luise Kinseher gibt Selbstauskunft.
Und Helmfried von Lüttichau erzählt von daheim in Schliersee.

Weitere Links:



Silbermedaille